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Qualitätsmanagement in der
niedergelassenen Praxis
Autor: Jörg Stockhardt

Seit dem 25. Mai 1999 liegt ein neuer Referentenentwurf zur Neuregelung des Gesundheitsstrukturgesetzes vor. Dieser Gesetzentwurf hat, falls er in dieser Form verabschiedet wird, auch für die niedergelassenen Arztpraxen Konsequenzen, die im folgenden dargestellt werden sollen.

Gesetzlicher Zwang zu Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement

In § 136 Abs. 2 Satz 1 des Referentenentwurfes wird die Einführung eines internen Qualitätsmanagementsystems für Arztpraxen gefordert. Auch die Forderung nach externer Qualitätssicherung (§ 136 Abs. 2 Satz 2) findet sich in diesem Gesetzentwurf wieder. Bedeutet dies nun, daß alle niedergelassenen Mediziner ein uniformes "genormtes" Praxismanagement einrichten müssen? Der Weg zu der austauschbaren, anonymisierten Praxis wäre damit schon fast realisiert! - Findet die aus dem industriellen Bereich bekannte ISO 9001 etwa auch hier verpflichtend ihre Anwendung? Obwohl schon viele berufene Stimmen die mögliche Abdeckung der Forderungen und Besonderheiten im ärztlichen Bereich durch ein Qualitätsmanagementsystem vehement in Zweifel gestellt haben.

Industrienormen für Mediziner?

Gefordert wird in dem vorliegenden Gesetzentwurf lediglich ein internes Qualitätsmanagement, ein Vorgabedokument zur Erfüllung dieser Forderung wird dabei nicht genannt. Allgemein anerkannte Standardwerke definieren unter dem Begriff „Qualitätsmanagement" lediglich „die Gesamtheit der qualitätsbezogenen Tätigkeiten und Zielsetzungen", die entsprechend festgehalten werden sollen. Der Grundsatz „say what you do and do what you say" gibt also den QM-Gedanken am ehesten wieder.

Dennoch wird in aller Regel unter dem Begriff „Qualitätsmanagementsystem" eine Organisationsstruktur erwartet, die der internationalen Normenfamilie ISO 9000 ff entspricht. Doch sollte man keine Angst davor haben, daß diese Normen ursprünglich aus der produzierenden Industrie stammen , da keine inhaltlichen Vorgaben an das „Unternehmen Arztpraxis" darin enthalten sind. Lediglich Anforderungen an die „Darlegung" - also an die Beschreibung - der Organisation sind formuliert. Somit scheint dieser Weg zur Erfüllung der gesetzlichen Forderung also theoretisch gangbar, doch auch jeder andere Weg der Beschreibung in der Realität gelebter Prozesse und Verfahren ist grundsätzlich möglich.

Der Gesetzgeber kennt den "Stand der Technik", der z.B. durch Normen ausgedrückt wird. Dies bedeutet, daß die Anwendung der Normen zur Erfüllung gesetzlicher Anforderungen zwar nicht verpflichtend ist, das von den Normen vorgegebene Sicherheitsniveau aber mindestens erreicht werden muß. Darin liegt also der große Vorteil: Die Einhaltung gesetzlicher Forderungen wird bei Anwendung der Normen vermutet! Dies ist ein eindeutiges Argument für die Anwendung der Normen.

Schaut man zudem noch etwas in die Zukunft, fällt der Entwurf der ISO 9001 ins Auge, der im allgemeinen als „Draft 2000" bezeichnet wird. Dieses Dokument scheint für das Gesundheitswesen wesentlich sinnvoller umsetzbar als die „alte" ISO 9001, da hier der prozeßorientierte Ansatz stärker im Vordergrund steht.

Das obige Schaubild stellt den prinzipiellen Aufbau der vorgeschlagenen Dokumentation des geforderten Systems dar. Der starke und direkte Bezug zu der täglich praktizierten Arbeitwird deutlich sichtbar

Pflichtübung oder Nutzen ?

Die Einführung eines Qualitätsmanagementsystems soll die Reproduzierbarkeit von Vorgängen sicherstellen, also das Qualitätsniveau einer Leistung gewährleisten und langfristig und kontinuierlich verbessern. Das ist in der Medizin nichts Neues, auch die Forderung, dies nach außen transparent zu machen (z.B. durch externe Qualitätssicherung) ist altbekannt. Der Nutzen eines solchen dokumentierten Systems kann also lediglich in der internen Unterstützung der Abläufe und Vereinfachung von z.B. Urlaubsvertretungen liegen.

Hinzu kommen Aspekte aus anderen gesetzlichen Gegebenheiten. So entstehen aus der Betreiberverordnung zum Medizinproduktegesetz Pflichten für den „Betreiber" Praxis bei der Nutzung von medizinischen Geräten. Auch Forderungen aus Hygienerichtlinien, Unfallverhütungs-vorschriften, Datensicherheit etc., lassen sich mit einem QM-System bequem erfüllen . h Auch von seiten des Haftungsrechts bestehen Dokumentationspflichten, die ebenfalls in diesem System ihre Regelung und die Definition der entsprechenden Verantwortlichkeiten finden können.

Praxisbezogene Umsetzung

Die logisch resultierende Forderung aller niedergelassenen Mediziner kann nur eine praxisrelevante Lösung sein, die dennoch mit den normativen und gesetzlichen Forderungen harmoniert. Die Lösung findet sich in der Anwendung des Draft 2000 in der Kombination mit den modernen Kommunikationsmedien. Eine Organisation der gesamten Dokumentation des QM-Systems mit dem praxisinternen Computernetz sorgt dafür, daß alle Dokumente stets überall verfügbar sind. Ein mühsames Durchsuchen endloser Papiere entfällt, und selbst die Dokumentationspflichten können in dieses System integriert sein. Sie lassen sich somit zeitnah und ohne zusätzlichen Zeitaufwand realisieren, .und man ist dem Optimum ein deutliches Stück näher gekommen.

Voraussetzung zur Anwendung ist dabei die Möglichkeit, das System einfach zu verändern damit es individuell jederzeit an sich veränderte Situationen in den einzelnen Praxen angepaßt werden kann. Dies läßt sich wie in dem Produkt Qualityware realisieren, durch Anwendung der im täglichen Umgang mit dem Praxiscomputer bekannten Office-Programme. Dadurch kann jeder Mitarbeiter die ihn betreffenden Prozesse nach Bedarf ändern. Der Arzt oder Qualitätsbeauftragte kann diese Dokumente nach entsprechender Abstimmung durch Einstellen in das System für gültig erklären und allen Mitarbeitern unverzüglich zugänglich machen.

Durch ein solches Qualitätssystem können somit mühelos alle relevanten aus den Gesetzeslagen resultierenden Verpflichtungen der Praxen sinnvoll und umsetzbar erfüllt werden. Auch die Anforderungen an die Praxishygiene, Datensicherheit und Wartung der medizinischen Geräte inklusive der sicherheitstechnischen und meßtechnischen Kontrollen können mit diesem Instrumentarium gelenkt und erfüllt werden. Institut EUROSPEC hat die Verknüpfung verschiedener Rechtslagen und normativer Forderungen seit vielen Jahren oft erfolgreich realisiert und erarbeitet auch hier gerne mit Ihnen die spezifische Lösung für Ihre Praxis.